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Seit der Erklärung der
Unabhängigkeit im Jahre 1991 wurde das Land zum
Führer in Schutzfragen: 1995 wurde die Welterbekonvention,
1996 die Konvention der biologischen Vielfalt und 2002 die
Ramsarkonvention für Sumpfgebiete von internationaler
Bedeutung ratifiziert.
Es gibt verschiedene Arten von BGNGs- 6
Staatsschutzgebiete (oder Sapowedniks), 8 Nationalparks (die sich in
Wald-, botanische, geologische, Multi-user- und Jagdparks teilen) und 2
Biosphärenschutzgebiete, die von der UNESCO anerkannt sind.
Eine der wichtigsten Aufgaben von Nationalparks
ist es, den Tourismus so zu organisieren, dass er der Natur keinen
Schaden bringt.
Naturparks sind für den Schutz der Natur
und Umwelt gegründet, sind aber für
Freizeitaktivitäten verfügbar.
Die Schutzgebiete machen die
größte Anzahl der BGNGs aus. Sie umfassen ein
Territorium von 289.200 h, mehr als die Hälfte der
Fläche der Territorien insgesamt. In Schutzgebieten sind nur
eine begrenzte Zahl an Wirtschaftsaktivitäten erlaubt.
Die Funktion der Schutzgebiete besteht darin, die
Bestandteile der Natur und Umwelt zu schützen und
wiederherzustellen. Deshalb sind diese Regionen fast
vollständig von Wirtschaftstätigkeiten befreit, auch
von Fischerei, Jagd und Pflücken von wilden Pflanzen.
Eine weitere wichtige Aufgabe von Schutzgebieten
ist die Ausbildung und Aufklärung der Bevölkerung
über die ökologische Betreuung innerhalb des
Territoriums.
Da die Regierung plant, mehr Fläche unter
Schutz zu stellen, wird die Anzahl der Parks immer
Größer. 2004 wurde bekannt
gegeben, dass noch zwei weitere geschützte Zonen gebildet
werden: Kara Buura in der Region Talas und Usun Akmat in Toktogul
gehören nun zum Gebiet Djalal Abad. Außerdem wurde
das Gebiet Sandasch zum Schutzgebiet Besch Aral hinzugefügt.
Das bedeutet, dass es in der Republik 11 Schutzgebiete gibt
die größte Zahl im Vergleich mit den
übrigen Republiken des Zentralasiens.
Im Folgenden eine Liste der BGNGs in Kirgisien:
Den Nationalpark Ala Artscha gründete
man, um den Fluss Ala Artscha und seine Umgebung der Gesellschaft
zuliebe und für zukünftige Generation zu
schützen. Der Nationalpark ist 35 km vom Zentrum der
Hauptstadt Bischkek entfernt, erstreckt sich 15 km entlang einer
Schlucht und steigt dabei von 1500 m bis auf 2240 m.
Das Staatsschutzgebiet Besch-Aral
gründete man 1979 in der südwestlichen Ecke der
Region Djalal Abad (direkt an der Grenze zu Usbekistan), mit dem Ziel,
den einzigartigen Naturkomplex und die Wälder des
Tschatkaltals zu schützen. Genauso, wie man teilweise den
Lebensraum von Menzbir Murmeltieren schützt und die Tulpen von
Creig und Kaufmann.
Der Staatspark Besch Tasch befindet sich in der
Region Talas, 13 km von der gleichnamigen Stadt entfernt. Er wurde 1996
gegründet und umfasst 32411 h. Er erstreckt sich über
30 km emtlang Besch Tasch Flusstals.
Das Schutzgebiet Tschong Kemin gründete
man 1997 im Tal des Flusses Tschong-Kemin. Es schließt fast
alle Wälder der Region Kemin ein. Die Hauptaufgabe des Parks
ist es, die einzigartigen Landschaften mit ihrer Vielfalt an Flora und
Fauna zu schützen. Er enthält sowohl Jagd- und
botanische Schutzgebiete als auch ein Mausoleum von Schabdan Baatur.
Das Staatsnaturschutzgebiet Issik-Kul war das
erste geschützte Territorium in Kirgisien und wurde 1948
gegründet. Heute bildet es einen Teil des großen
Biosphärenschutzgebietes. Ursprünglich wurde es
gegründet um den Lebensraum der Schwimmvögel in der
Region um See zu schützen. Es hat internationale Bedeutung und
umfasst ein Territorium von 19000 h.
Das Biosphärenschutzgebiet Issik-kul ist
eines von 338 solcher Schutzgebiete auf der Welt, das von dem UNESCO
Programm „Der Mensch und die Biosphäre“
anerkannt ist. Die Idee des Biosphärenschutzgebietes ist das
Regionnenmodell zu nutzen und das Land zu erhalten.
Um den gleichzeitigen Schutz von Naturressourcen,
umweltfreundliche und nachhaltige Landnutzung und die Verbesserung der
Lebensqualität zu garantieren, ist das Territorium des
Schutzgebietes in vier Zonen geteilt: Kern-, Puffer-,
Übergangs- und Rehabilitationszone. Für jede Zone
gelten bestimmte Regeln, die die Arten der Nutzung festlegen. Schon
1976 wurde es als Gebiet zum Schutz des Lebensraums von
Schwimmvögeln von internationaler Bedeutung in die
Welterbekonvention aufgenommen.
Das Territorium des
Biosphärenschutzgebietes Issik-Kul umfasst 43100 km2, d.h. 22%
der gesamten Fläche der Republik. Innerhalb des Gebiets ist
eine große Vielfalt an Ökosystemen zu finden: von
Wüsten bis zu Hochgebirgstundren. So dass es für
viele Arten von Flora und Fauna ein Zuhause bietet. Auch für
viele vom Aussterben bedrohte Tierarten wie, z. B. Marko Polo Schafe
(Ovis ammon polii) und Sibiriensteinböcke (Capra sibirica, die
in den Bergen grasen), einheimische Tianschanbraunbären, die
man noch in den Tianschanpinienwäldern finden kann und vom
Aussterben bedrohte Schneeleoparden (uncia uncia). Nach den Zahlen von
2001 leben innerhalb des Biosphärenschutzgebietes ca. 435000
Menschen.
Der Tourismus spielt in dieser Region eine
wichtige Rolle für die Wirtschaft. Im nördlichen Teil
des Biosphärenschutzgebietes ist die Tourismusinfrastruktur
entwickelt. Neue Hotels und Urlaubsorte wurden in der letzten Zeit
gebaut und es wird noch viel geplant. Alte Gebäude wurden
renoviert.
Die Landwirtschaft ist ebenfalls ein wichtiger
Zweig der Wirtschaft genauso wie Kumtor, ein großes
Gold-förderunternehmen. Es ist notwendig, die
Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung (und der
Besucher) mit dem Schutz der Umwelt zu vereinbaren.
Zum ersten Mal wurden 1948 Teile der
Küstenlinie des Issik-Kul als geschützt
erklärt. Aber das waren ziemlich kleine Teile. 1990, nachdem
Kirgisien die Unabhängigkeit erlangte, ist der Wunsch nach
umfangreicherem Schutz größer geworden und nachdem
die Rechtsbasis geklärt war, wurde das ganze Gebiet
in einem Präsidentendekret 1998 zum
Biosphärenschutzgebiet erklärt. 2001 begann die
Arbeit an der Schaffung der Verwaltung des Schutzgebietes und es wurde
von der UNESCO offiziell anerkannt. Genauso wie es von großer
Bedeutung für Kirgisien ist, verhängt es die
Verpflichtung, sich Mühe zu geben, diese einzigartige Natur-
und Kulturlandschaft zu schützen.
Die deutsche Organisation GTZ leistete bedeutende
Hilfe bei der Entwicklung des Biosphärenschutzgebietes.
Außerdem wurden zahlreiche kleine Projekte
gefördert, um der lokalen Bevölkerung wirtschaftlich
interessante und ökologisch kompatible Maßnahmen zu
ermöglichen.
Die offizielle Ramsarkonvention stellt fest, dass
der See ein einzigartiges Beispiel für einen großen
brackigen See in einem Tektonikbecken und ein charakteristisches
Merkmal der Tianschanberge ist. Außerdem ist es der
fünfttiefste See der Welt und ist als
Überwinterungsort für Wild- und Zugvögel
wichtig: Er bietet den winterlichen Lebensraum für 20000 bis
50000 Schwimmvögel, wobei diese Zahlen stark von der
Härte des Winters abhängen. Wichtige
überwinternde Vogelarten sind Störche (Cygnus
cygnus), Aythia ferina und Fulica atra. Eine wichtige vorbeiziehende
Vogelart ist Anas acuta. Außerdem gibt es kleine Nistkolonien
von Ciconiidae.
Der See ist ferner als Brutgebiet für
einige wirtschaftlich wichtige Fischarten von besonderer Bedeutung, z.
B. Stizostedion lucioperca und viele andere.
Den Nationalpark Karakol gründete man
1997 auf einem Territorium von 38256 h plus 4767 h Wälder.
Der Kara-Schoro Nationalpark 1996 in der
Region Osch gegründet, 8450 h besteht
hauptsächlich aus Weidenland, umfasst aber auch 823 h
Wälder. In diesem Park gibt es keine Wege.
Das Schutzgebiet Karatal- Japarik
gründete man 1995 in der nördlichen Waldregion der
Berge Karg in der Region Narin. Es setzt sich aus 3 kleinen Gebieten
zusammen Wälder, Hochebenen und die Seen Son Kul und Tschatir
Kul und umfasst ca. 72000 h.
Kulan Ata gründete man nach dem
Präsidentenerlass 2004, um die Artenvielfalt der Tier- und
Pflanzenwelt zu schützen, den Bioressourcenschutz und die
Expansion der geschützten Naturgebiete in der Republik zu
verbessern. Er umfasst eine Fläche von 24500 h, die sich
aus zwei abgetrennten Gebiete, Kulan Ata und Tanzu,
zusammensetzt. Das Schutzgebiet stellt eine Grenze zwischen
Breitblätter- und Nadelwäldern dar wobei
Tannenwälder weit verbreitet sind - in einer
überwiegend gebirgigen aber äußerst
vielfältigen Landschaft. Es gibt ungefähr 600
verschiedene Pflanzenarten, von denen 200 Arten nur in Kirgisien zu
finden sind. Etwa 54 davon stehen auf der Roten Liste und sind vom
Aussterben bedroht. Die Vielfalt der Flora und Fauna ist
groß. Aber die meisten Arten brauchen ein
größeres Territorium, als das Schutzgebiet
schützen kann, passieren dessen Grenzen und werden zu Zielen
der Jäger.
Den Naturpark Kirgis Ata, 1172 h,
gründete man 1992 in der Region Osch, um lokale
Artschawälder zu schützen.
Das Staatsschutzgebiet Narin wurde 1983
gegründet. Dort werden Nadelwälder, alpine
Hochgebirgsweiden und andere Ökosystems geschützt.
Das Schutzgebiet Padascha Ata im Djatal Ata ist
eines der neueren Schutzgebiete.
Den Staatspark Saimaluu, der 10448 h umfasst,
gründete man 2001 im Osten der Region Djalal Abad. Er ist der
Wiederansiedlung des Tian Schan Maral Rothirsch gewidmet und dient als
Naherholungsgebiet für die lokale Bevölkerung.
Das Schutzgebiet Saritschat-Ertasch - im Gebiet
Issik-Kul - umfasst 72000 h Hochgebirgslebensraum.
Das Biosphärenschutzgebiet Sary Tschelek
befindet sich im Westen des Tian-Schan Gebirges, am Südsporn
der Tschatkalberge im Westen Kirgisiens und umfasst ungefähr
23868 h auf einer Höhe von 1200 m bis 4247 m ü.d.M.
Ursprünglich wurde das Gebiet in der Region Dschadal Abad 1959
zum Park erklärt, mit dem Ziel die Wälder und
Berglandschaften rund um den See Sary Tschelek zu schützen.
1979 wurde es zum Biosphärenschutzgebiet.
Mehr als 1000 verschiedene Pflanzenarten
kommen innerhalb des Parks vor, auch eine große Vielfalt
an"Vorfahren" von kommerziell wichtigen Pflanzen (insbesondere viele
Früchte, die hier in den Wäldern entdeckt wurden,
haben große wirtschaftliche Bedeutung). Ein Drittel des
geschützten Gebietes sind Wälder, aber es gibt auch
Weiden, Steppen, Felsen, Geröllhalden und einige
Gewässer. Vor der Gründung des
Biosphärenschutzgebietes wurden Viehweiden abgemäht
und die Wälder selektiv abgeholzt.
Heute entstehen aufgrund von
Freizeitaktivitäten, unorganisiertem Tourismus, den
Durchgangsstraßen durch das Schutzgebiet und Bauarbeiten am
Ufer des Sary Tschelek Sees ernsthafte Probleme. Wegen des Schutzes der
umgebenden Bergen sind die Winter mild und schneereich, die Sommer warm
und feucht.
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